46. 100-km-Lauf von Biel 11. / 12. Juni 2004

Mein persönlicher Bericht zum 46. Bieler 100-km-Lauf

Zusammenfassung: Aufgabe nach 56 Kilometern

Nach einem sehr guten Start, begannen sich ab etwa 15 km langsam steigernde Probleme im linken Unterschenkel zu entwickeln. Nach 56 km in Kirchberg musste ich wegen starken Schmerzen im linken Fuss aufgeben. Schon ab 33 km konnte ich aber nicht mehr sinnvoll laufen, wobei sich erst das Fussgelenk schmerzhaft versteifte und sich dann die Achillessehne entzündete, was kein gesundes Laufen mehr zuliess.

Vorbereitung

Nach meinem Sieg 2003 in 7:07 setzte ich mir das Ziel, den Lauf 2004 unter 7 Stunden zu beenden und nach Möglichkeit nochmals zu gewinnen. Diese Ziele wollte ich mit mehr und besserem Training und weniger Gewicht erreichen. In den Monaten März und April klappte das noch sehr gut, ich war leicht und die Wettkampfzeiten waren besser als im Vorjahr. Im Mai brachte ich dann das Gewicht nicht mehr weiter runter, dazu konnte ich Ende Mai die Zeiten vom Vorjahr in Hindelbank beim 50-km-Lauf Emmental und in Wohlen beim 8.2-km-Pfingstlauf nicht erreichen. Das hat mich dann weiter verunsichert. Jetzt war ich überzeugt, die 7 Stunden nicht zu erreichen. In dieser Phase war ich auch nahe dran den Start abzusagen.

Im Juni entschloss ich mich, aus der Situation das Beste zu machen und mich die letzten Tage wieder konzentriert auf den Lauf vorzubereiten. Ich legte dann gleich anfangs Juni zwei Ruhetage ein, steigerte danach nochmals das Training und reduzierte dann den Trainingsumfang stark in den letzten Tagen. Eine Waage betrat ich in dieser Zeit nicht mehr, da es da für eine Reaktion zu spät war und ich so verdrängen konnte, dass ich das letztjährige Gewicht nicht erreicht hatte.

Vor dem Wettkampf

Die letzten Tage vor dem Lauf waren jetzt wieder sehr erfolgreich. Ich hatte gute Trainings, konnte mich gut ernähren und fühlte mich von Tag zu Tag besser. Ich reiste deshalb wieder mit viel Optimismus nach Biel.

Beim Einlaufen wurde das gute Gefühl bestätigt, die Beine liefen fast von selbst und sahen auch nicht mehr übermässig dick aus. Jetzt war ich voll motiviert und überzeugt, das Ziel mit einem guten Resultat zu erreichen.

Wettkampf

Martin Job Wie erwartet ging es nach dem Startschuss wunderbar los. Es ging herrlich leicht und locker durch Biel, das Tempo war von Beginn an ideal und vorallem regelmässig. Bei 5 km passierte ich nach genau 19 Minuten, das war 40 Sekunden mehr als letztes Jahr (damals sind wir etwas zu schnell los). Ausgangs Biel setzte ich mich etwas ab, mit Marc-Henri Jaunin in meinem Windschatten. Nach dem wir den ersten Hügel überquert hatten, schloss Iwan Knechtle zu uns auf und setzte sich sofort an die Spitze. Iwan lief ziemlich unregelmässig und teilweise etwas zu schnell. Ich konnte jedoch seine Tempowechsel gut mithalten.

Nach etwa 15 km spürte ich erste leichte Schmerzen im linken Unterschenkel und Fussgelenk. Kurz vor Aarberg lies ich ich Iwan und Marc-Henri ziehen und lief ein mir vernünftig erscheinendes Tempo weiter. Die Zwischenzeit bei 10 und 15 km habe ich leider verpasst, bei 20 km war ich dann auf die Sekunde genau gleich schnell wie letztes Jahr. Soweit sah es also weiterhin gut aus.

Ab Lyss begann sich dann der linke Unterschenkel weiter zu versteifen und ich lief vor allem abwärts immer schlechter. Bei 30 km war ich dann 2 Minuten hinter meiner letztjährigen Zeit zurück und ebenfalls soviel hinter der Spitze zurück. Nun nahmen die Schmerzen rasch zu und ab etwas 33 km konnte ich nicht mehr richtig laufen. Ich reduzierte das Tempo auf etwa 5 Minuten pro Kilometer und lief so weiter bis Oberramsern.

Hier hätte ich wohl aufgeben sollen, aber da ich immer noch zu gut im Rennen lag, entschloss ich mich weiterzulaufen. Das erwies sich sehr schnell als Fehler, da nun die Achillessehne links stark zu schmerzen begann. Die Sehne war bald dermassen entzündet, dass ich kaum mehr bergauf laufen konnte und ständig den Fuss nach aussen oder innen verdrehte. Ich benötige nun bis Kirchberg immer etwa 6½ Minuten pro Kilometer. Um den linken Fuss etwas zu entlasten, begann ich asymmetrisch zu humpeln, was dann bald auch in Hüfte und Rücken zu spüren war. Somit war klar, dass ich in Kirchberg aussteigen würde, was ich dann auch mit grosser Erleichterung tat.

Nach dem Wettkampf

Wegen der stark geschwollenen Achillessehne, konnte ich den linken Fuss nicht mehr bewegen und konnte somit auch keine anderen Schmerzen feststellen. Periodisch strahlten immer wieder Schmerzpulse von der Achillessehne in die Wade aus, ohne dass ich die Sehne im geringsten belastete, das machte mir dann schon etwas Sorgen. Ich bereute nun sehr stark, noch die 18 km von Oberramsern bis Kirchberg gelaufen zu sein.

Als ich ziemlich niedergeschlagen mit dem Bus in Biel eintraf, lief gerade Iwan als Sieger ins Ziel. Das heiterte mich etwas auf, da ich ihm den Sieg am meisten gönnte, ich konnte ihm dann auch als erster gratulieren. Dann war es aber bald Zeit, möglichst schnell nach Hause zu kommen, solange ich noch einigermassen herumhumpeln konnte.

Nachbereitung

Am Samstagnachmittag nahmen die Schmerzen im Fuss weiter zu und schliesslich konnte ich den Fuss gar nicht mehr belasten. Nur noch ganz leicht seitlich konnte ich mit dem Fuss auftreten. Ausser im linken Fuss hatte ich aber überhaupt keine Beschwerden.

Im Laufe des Sonntags konnte ich dann wieder vorsichtig gehen, aber die Sehne war immer noch stark geschwollen. Ich behandelte die Achillessehne in der ganzen Zeit mit Eiswürfelmassagen und entzündunghemmendem Gel (Flector EP). Das zeigte gute Wirkung.

Am Montag war die Sehne dann weitgehend schmerzfrei, aber in der Beweglichkeit noch etwas eingeschränkt. Die Schwellung war auch soweit zurückgegangen, dass die Sehne wieder tastbar war. Nun war das Fussgelenk wieder beweglich, doch nun trat ein neues Phänomen auf. Beim Treppensteigen gab es bei jedem Schritt ein leichtes Knirschgeräusch im Fussgelenk, das gut hörbar war. Schmerzen waren beim Gehen im Fussgelenk aber keine zu spüren.

Am Montagabend musste ich mich dann ziemlich überwinden, um wieder erste Laufversuche zu machen. Es ging noch gar nicht gut und nach 6 km war ich schon wieder zuhause. Der linke Fuss ist noch völlig blockiert und das Fussgelenk schmerzt noch etwas. Beim Laufen ist es so unmöglich auch nur halbwegs ins Rollen zu kommen.

Letzte Änderung:  14.06.2004 22:12  durch jm

Besichtigung der Strecke

Streckenteil: Kirchberg-Gerlafingen-Lohn SO (u.a. Emmedamm "Ho-Chi-Minh-Pfad")

Kirchberg-Gerlafingen-Lohn

Am Mittwoch 9. Juni 2004 bin ich mit der Bahn nach Kirchberg-Alchenflüh gereist, um von dort aus die Strecke von Kirchberg über Gerlafingen nach Lohn zu besichtigen. Am Wettkampf ist das ungefähr von km 56 bis km 71. Das Fazit voraus: Der "Ho-Chi-Minh-Pfad" ist gemäht und geputzt und befindet sich in sehr guten Zustand. Am Tag kann man praktisch unbehindert durchlaufen, in der Nacht werde ich wohl trotzdem über einige Steine und Wurzeln stolpern.

km 58: Der Beginn des Emmedammes, wo letztes Jahr hohes Gras stand, ist jetzt sauber gemäht.

km 58 - 62: Der Pfad ist sehr gut belaufbar, nur an einigen Stellen muss man auf grössere Wurzeln und Steine achten. Meist ist es Vorteil eher auf der rechten Seite des Pfades zu laufen.

km 58 - 61: Auch von oben hängen kaum Äste in den Weg hinein.

km 62: Unter der Brücke Utzensdorf-Bätterkinden ist eine Schicht feiner Sand angeschwemmt, heute war der noch feucht und klebrig.

km 65: Bei der Kläranlage Wiler wird gebaut, das Fahrsträsschen direkt an der Anlage vorbei ist deshalb gesperrt. Jetzt führt ein neuer Pfad auf den Weg direkt an der Emme hinunter und nach der Baustelle wieder auf das Fahrsträsschen zurück. Das ist ein kleiner Rhythmusbrecher, der auch einige Meter Umweg mit sich bringt.

km 66-67: Das letzte schmale Wegstück rechts der Emme ist neu gekiest worden. Hier lässt sich schön weich laufen, es hat aber schon einige kleine Gräben von Fahrrädern.

Für das Teilstück von Kirchberg bis Lohn benötigte ich 63 min., das ist wohl etwa Wettkampftempo (das wird sich am Samstag zeigen).

Mit der Bahn fuhr ich dann von Lohn-Lüterkofen wieder nach Hause, da ich mich ziemlich beeilt hatte, konnte ich vorher sogar noch 9 min. auslaufen. Jetzt merkte ich es richtig wie heiss es war, da ist in der Nacht viel angenehmer.

Letzte Änderung:  09.06.2004 22:33  durch jm

Neuer Streckenteil: Aarberg-Lyss-Grossaffoltern

Aarberg-Lyss-Grossaffoltern

Info zu den Streckenänderungen gibt es bei 100km.ch und bei Laufreport.

Am Sonntag 25. April 2004 bin ich mit der Bahn nach Lyss gereist, um von dort aus die Strecke von Aarberg über Lyss nach Grossaffoltern zu besichtigen. Am Wettkampf ist das ungefähr von km 17 bis km 28. Das Fazit voraus: Die Streckenänderungen sind positiv zu werten. Die mühsame Bahnunterführung in Aarberg entfällt und der rhythmusbrechende Abstieg mit direktem Wiederaufstieg bei Kosthofen fällt ebenfalls weg.

Da der neue Streckenteil nur etwa 11km lang ist, entschied ich in Lyss zu starten und erstmal auf idyllischen Wanderwegen der alten Aare entlang nach Aarberg zu laufen. Kurz vor Aarberg wechselte ich noch auf die andere Seite, damit ich über die gedeckte Holzbrücke ins Städtchen einlaufen konnte. Publikum hatte es keines und so hatte ich Gelegenheit die Brücke und den gepflästerten Hauptplatz etwas genauer zu betrachten.

Beim Brunnen mitten auf dem Hauptplatz in Aarberg stellte ich die Uhr auf Null zurück und begann mit der Streckenbesichtigung. Schon nach wenigen Metern gings es links weg wie letztes Jahr, dann aber asphaltiert geradeaus und mit leichtem Gefälle an die alte Aare hinunter. Nun ging es flach durch das Wohnquartier Arolina, durch Industrie, Sportplätze und militärische Einrichtungen auf ein Waldstück zu, wo die Strasse auf guten Naturbelag wechselte. Dies blieb das einzige Teilstück mit Naturbelag. Nach dem Wald lief ich über den Umschlagplatz einer grossen Industriehalle, dann ging es wieder auf eine asphaltierte Strasse und dann auf dem Radweg Richtung Lyss. Die Autobahn kann ebenerdig unterquert werden und über einen Verkehrskreisel erreicht man ein Industriegebiet. Nach Unterquerung einer Eisenbahnlinie geht es direkt auf den Kreisel im Zentrum von Lyss zu.

Nach 25 min. bog ich beim Kreisel rechts ab und unterquerte wenig später eine weitere Eisenbahnlinie. Dank dem gegenüber der Fahrbahn weniger weit abgesenkten Fussweg lässt sich etwas an Höhendifferenz sparen. Doch dann ging es rechts weg in eine ziemlich ruppige Steigung, die ich in etwa 3 min. absolvierte, danach ging es nur noch sanft aufwärts. Wenig später bog ich rechts ab und lief durch eine kleine Senke bei einem Schrebergartengelände. Jetzt durchquert die Strecke ein Waldstück an dessen Ende es etwas runter geht, um dann direkt in einen steilen Aufstieg nach Weingarten überzugehen. Für diese Rampe benötigte ich gut 2 min., danach ging es gleich wieder etwas hinab und dann etwas auf und ab durch Ammerzwil.

Nach Ammerzwil wurde es aber wieder sehr angenehm, auf leicht abfallender und guter Strassse lief ich nach Grossaffoltern, wo bei der Kirche noch ein kleiner Hügel zu überlaufen war.Schon war ich nach 54 min. bei der Stelle, wo von links her die alte Strecke einmündet.

Da ich nun die Wettkampfstrecke kannte, war mein Auftrag erledigt und ich konnte für den Rückweg eine schönere Strecke aussuchen. So lief ich dann durch Feld und Wald über den Dreihubel nach Lyss zurück. Das wäre auch ein sehr schönes Trainingsgebiet!

Letzte Änderung:  27.04.2004 11:53  durch jm

Neuer Streckenteil: Bibern (SO)-Arch-Büren an der Aare-Pieterlen

Bibern-Arch-Büren-Pieterlen

Info zu den Streckenänderungen gibt es bei 100km.ch und bei Laufreport.

Am Dienstag 20. April 2004 bin ich mit der Bahn nach Lohn-Lüterkofen gereist, um von dort der Strecke über Bibern, Arch und Büren bis Pieterlen zu laufen. Am Wettkampf ist das ungefähr von km 71 bis km 94. Das Fazit voraus: Die Streckenänderungen sind absolut positiv zu werten. Der Abstieg nach Arch ist wesentlich einfacher und der Weg der Aare entlang ist viel schöner, als jener der Autobahn entlang über die Grenchenwiti.

Ich lief direkt von der Bahnstation los und war sofort auf der Strecke, erst ging es wie immer der Hauptstrasse entlang. Zu dieser Zeit sind einige Autofahrer eher rasend unterwegs, trotzdem erreichte ich nach 30 min. unbeschadet Bibern. Das langweilige Stück lag nun hinter mir und schon kurz nach den ersten Häusern bog ich rechts von der alten Strecke ab. Ausgangs Bibern begann die Strasse stark anzusteigen, aber nach einigen Kurven war ich nach 3 min. schon am Ende des Aufstieges angelangt, ich hatte mir das etwas schwerer vorgestellt. Auf diesem Aufstieg kann man gut auf die Strecke vor Bibern zurückblicken und sieht wer hinter einem läuft. Bevor es nach Arch runterging folgten noch zwei kleine Bodenwellen, welche ich anch 5 und 8 min. erreichte, danach ging es angenehm sanft mit einem Flachstück runter Richtung alte Strecke. Nach einem weiteren Flachstück eingangs Dorf, bog ich genau dort in die in die alte Strecke ein, wo das elende Steilstück früher endete. Diesen brutalen Steilabstieg nach fast 85km wird sicher niemand vermissen. Nun ging es wieder mit sanftem Gefälle ins Dorfzentrum von Arch, wo ich nach 50 min. die Hauptstrasse überquerte.

Nun ging es kurze Zeit wie in den Vorjahren weiter bis vor die grosse Aarebrücke, die nun zum ersten Mal nicht mehr überquert wird. Bis hierhin war alles auf Asphalt, nun folgen der Aare entlang ähnliche Wege wie früher auf der Grenchenwiti, nur etwas schmaler. Die Strecke ist nun nahezu flach und verläuft immer der Aare entlang bis Büren an der Aare, welches ich nach 1 Std. 24 min. erreichte. Zwischen Arch und Büren überquert man zuerst einen schwankenden Steg, dann eine etwas stabilere Zivilschutzbrücke und schlussendlich noch eine kleineres Brücklein, damit lässt sich die Monotonie etwas strukturieren. Eingangs Büren verläuft die Strecke zwischen Aare und Vorgärten, dann erreicht man die alte Holzbrücke im Zentrum von Büren.

Nach Büren wird die Aare auf einer Strassenbrücke überquert und direkt danach wird auch die alte Aare auf einer breiten, hellblau gestrichenen Brücke mit querliegenden Holzbohlen passiert. Jetzt geht es ums Schwimmbad herum und dann auf einem schmalen Weglein zu einer Gärtnerei, die mitten durchquert wird. Schon bald verliess ich nun nach der Aare auch die alte Aare und lief nach 1 Std. 43 min. vor Meinisberg vorbei.

Jetzt folgte ein weiterer kleiner Aufstieg hinauf zum Reibenwald. Nach etwa 3 min. hatte ich das Hauptstück des Aufstieges hinter mir, nun ging es aber noch teilweise leicht steigend weiter, bis es nach etwa 8 min. auf einer breiten Asphaltstrasse über die hier überdeckte Autobahn nach Pieterlen runter ging, wo ich wieder in die alte Strecke einbog. Jener Weg im Reibenwald wurde schon vor vielen Jahren vor dem Autobahnbau gelaufen, damals noch mitten im Wald, jetzt sind erst Büsche zwischen Autobahn und Strecke gewachsen. Nach genau 1 Std. und 55 min. erreichte ich die Station Pieterlen, wo ich ohne Wartezeit den nächsten Zug nach Biel erreichte.

Letzte Änderung:  22.04.2004 15:55  durch jm


 
 
 
 
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